Dokumente waidmännischer Arroganz

Die Jäger führen nicht nur Krieg gegen die Tiere …


Aus der Zeitschrift "Niedersächsischer Jäger", Heft 10/1999, S. 14-17

"Wir Jäger sind nicht allein in unseren Revieren, sondern teilen sie mit unseren Mitmenschen."

Dieser erste Satz des Artikels soll keine Banalität aussprechen, sondern ein Programm formulieren: Wie beseitigen wir das Ärgernis?! Nicht das Wild, die Jäger fühlen sich gestört:

"Das Wild hat vielfach gelernt, mit diesen Beeinträchtigungen umzugehen. Im Harz gibt es Reviere mit besten Schalenwildbeständen inmitten der Touristenmassen."

Nun werden konstruktive Vorschläge zur "Lenkung der Massen", so der Titel des Artikels, diskutiert:

Am Text zum Bild kommt die Verlogenheit der Jäger besonders deutlich zum Ausdruck: Wenn ihre Behauptung wahr wäre, dass Spaziergänger schon durch ihre bloße Anwesenheit das Wild vertreiben würden, könnte es an einem "sehr stark benutzten Wanderweg" kein Einstandsgebiet geben, also ein Gebiet, in dem das Wild sich tagsüber versteckt!

Foto aus dem nds. Landesjagdbericht 2005, S. 18

Der Artikel "Lenkung der Massen" erschien in der Rubrik "Jagd und Öffentlichkeit" im Mitteilungsblatt der Landesjägerschaften Niedersachsen und Bremen. Zum selben Thema schloss sich ein weiterer Artikel an mit der Überschrift "Gespräch mit 'Störenfrieden' suchen". Meine nachfolgende Sammlung dokumentiert, wie das "Gespräch" abläuft.

Drei Jäger verklagen einen Spaziergänger

Wer zur falschen Zeit am falschen Ort spazieren geht, wird vor Gericht gestellt.

An einem warmen Sommerabend des Jahres 2001 unternahm ich mit meinen Hund einen Spaziergang rund ums Dorf Gockenholz, um den Sonnenuntergang zu genießen. Ich ging über eine Wiese, als die Stimme der Jägerin Christine Knobel von einem Hochsitz herab ertönte: "Sie stören den Jagdbetrieb! Ihr Hund bedroht mich! Ich rufe die Polizei!" Ich antwortete: "Ich freu mich drauf!" Zunächst kam nur ihr Ehemann von einem anderen Hochsitz herabgeklettert, später noch ein weiterer Jäger. Die Polizei kam nicht. Nachdem wir bis zur Dunkelheit gewartet hatten, wurde mir die Sache langweilig, und ich ging nach Hause. Einige Tage später erhielt ich einen eingeschriebenen Brief mit der Drohung, ich solle mich bei Strafe von 500 000 DM oder einen halben Jahr Gefängnis zu folgendem verpflichten: Niemals eineinhalb Stunden vor Sonnenaufgang bis eine Stunde nach Sonnenaufgang sowie niemals zwei Stunden vor Sonnenuntergang bis eine Stunde nach Sonnenuntergang das Jagdrevier der Jagdgenossenschaft Gockenholz zu betreten. Das Jagdrevier beginnt an meinem Gartenzaun!

Den Brief heftete ich ab und erhielt einige Wochen später eine Vorladung zu einer Gerichtsverhandlung. Als Kläger gegen mich trat auch Adolf Marske, Betreiber des Restaurants Birkenhof in meinem Dorf auf, der eigentliche Jagdpächter. Die Gerichtsverhandlung endete mit einem Vergleich (Kompromiss): Die Jäger erhielten das Recht zugesprochen, mir an zwei Tagen in jeder Woche das Spazierengehen zu verbieten. Welche zwei Tage das sein würden, mussten sie mir jedesmal telefonisch ankündigen.

Übrigens sind die drei Jäger und ihr jagender Anwalt Wendenburg Anhänger einer Partei, die sich die Freiheit des (besserverdienenden) Bürgers auf die Fahnen geschrieben hat.

"Die Grünröcke erklärten in dem Rechtsstreit, sie wollten den Wald nicht für Spaziergänger 'dichtmachen', wohl aber sich gegen militante Jagdgegner wehren." (CZ, 29. Sept. 2001)

Nachdem die Knobels bis Ende Januar 2002 regelmäßig zweimal wöchentlich telefonisch ihr Kommen ankündigten, um mir das Spazierengehen zu verbieten, scheint ihnen dann doch die Lust vergangen zu sein, weiterhin in Gockenholz dem edlen Waidwerk zu frönen. Was diesen zartbesaiteten Menschen – ihres Zeichens Geigenbauer – widerfahren sein mag, entzieht sich meiner Kenntnis. Tatsache ist jedenfalls, dass ihr Jagderlaubnisscheinaussteller Adolf Marske, Pächter des Reviers der Jagdgenossenschaft, dadurch vor dem Problem stand, die Jagdpacht selbst zahlen zu müssen anstatt durch die Knobels. Er suchte händeringend Nachfolger und wollte sogar den Jagdpachtvertrag kündigen. In letzter Minute fand er zwei Jäger aus Emsdetten (über 200 km entfernt), die nicht nur brav ständig neue Hochsitze zimmern, sondern auch noch Futtermais für die Wildschweine von der Raiffeisen-Genossenschaft Emsdetten heranschaffen.

Rechenaufgabe: Die Jagdpacht für Marske betrug rund 8600 DM. Ein Jagderlaubnisschein kostete üblicherweise 6000 DM. Wie hoch wäre der Profit für Marske, wenn er zwei Jagderlaubnisscheine zu diesem Preis ausgestellt hätte?

Inzwischen hat auch Marske die Lust an der Jagdpacht in Gockenholz verloren. Das Geschäftsmodell seines jagdlichen Ziehvaters S., der jahrzehntelang im Vorstand der Jagdgenossenschaft Gockenholz die Strippen gezogen hatte, hatte nicht die erhofften Früchte getragen. Nun haben wir neue Jäger, die zu meinem Erstaunen ohne Umschweife zugeben, dass die Wildbestände viel zu hoch sind. Dafür werden sie von den Jägern der Nachbarreviere heftig angefeindet, ihre Hochsitze werden angesägt.

Leserbrief aus der CZ:
 

Streit mit Jägern

"Wer ist hier wohl militant?"

Johannes Biesterfeld, Nordburg, äußert sich zum Bericht "Jagdgegner contra Jäger" vom 21. September.

Was hat eine Frau mit einer Knarre in der Hand im Wald auf einem Holzgerüst zu suchen? Wenn die Dame denn keine Steaks oder Koteletts in der Tiefkühltruhe hat, so ist sicherlich Geld da, um Fleisch zu kaufen. Die Jäger wissen doch, wie negativ ihr Tun in der Allgemeinheit beurteilt wird!

Warum müssen dann immer noch Tiere aus purer Tötungslust abgeknallt werden? Die Forstwirtschaft ist bekanntlich defizitär. Staats-, Kloster- und sonstiger Forst werden durch den Steuerzahler subventioniert. Der Privat- und Bauernwald indirekt durch Landwirtschaftssubventionen beziehungsweise durch solche über den Konsum. Das bedeutet: Wenn überhaupt über den Zutritt zum Wald diskutiert wird, dann doch darüber, wann diese Leute, deren Hobby es ist, Tiere ohne jeden vernünftigen Grund zu töten, nun endlich aus Wald und Flur ausgesperrt werden!

Der junge Mann, von dem die Rede ist, hat durch sein beherztes Eingreifen als Tierschützer zumindest einige Tiere vor dem Tod beziehungsweise schweren und qualvollen Verletzungen bewahrt. Mit vorbildlicher Zivilcourage und beispielhafter Menschlichkeit hat Herr Andresen seine ohnehin gesetzlich vorgeschriebene Pflicht erfüllt, Schaden von der Allgemeinheit abzuwenden. Und die sinnlose Tötung von Säugetieren ist ein solcher Schaden. Herr Andresen sollte öffentlich belobigt und ausgezeichnet werden!

Und dann: Wer ist hier wohl militant? Der Spaziergänger oder die Dame auf dem Holzgerüst mit der Flinte auf den Knien?
Die Jagd ist widersinnig und in der derzeitigen Gesellschaft nicht mehr zu rechtfertigen. Ihre Abschaffung lässt sich wissenschaftlich begründen.

Johannes Biesterfeld

CZ, 28. Juni 2003

"Landwirt fühlt sich von 'militantem Jagdgegner' provoziert

Wilder Waidmann schlägt Reiter die Nase blutig"

Der Bauer und Jäger Helms hatte mir schon mehrfach das Reiten auf seinen privaten Fahrwegen verboten. "Was im Gesetz steht, interessiert mich nicht!" schrie er mir einmal zu. Nun hatte ich, weil offensichtlich unbelehrbar, zwei Faustschläge auf die Nase verdient. Der CZ sagte er dazu:

"Dieser fürchterliche Mensch reitet sogar unter Hochsitzen hindurch und verjagt das Wild […] Andresens Freundin hat selbst ein Jagdrevier, sollen sie doch dort ausreiten." (CZ, 28. Juni 2003)

Jagdszenen aus der Südheide

Sommerlicher Sonnenuntergang. Reiter A. zu Pferd auf Feldweg; Jäger, vom Hochsitz herabsteigend: "Ich zahle 20 000 DM im Jahr für die Jagd, und nun kommen Sie und verscheuchen mir das Wild! Die Fußgänger und Radfahrer sind schon schlimm genug, aber die kommen wenigstens nicht mehr so spät wie Sie. Wissen Sie denn nicht, dass es eine Abmachung mit den Reitvereinen gibt, nach 18 Uhr nicht mehr im Wald zu reiten?" Sprach's und fuhr mit seinem BMW davon, der 100 m entfernt parkte.
Reiter A. ist kein Mitglied in einem Reitverein, kann sich allerdings nicht vorstellen, dass Reitvereine den Jägern das Betreten (oder Befahren) des Waldes vor 18 Uhr verbieten möchten.

Reitergruppe auf Feldweg trifft auf Jäger T. Dieser steigt aus seinem Geländewagen aus: "Wir Jäger und Reiter müssen doch für einander Verständnis haben. Das gesamte Gelände hier gehört mir; dieser Weg ist ein Privatweg. Bitte reiten Sie auf den öffentlichen Wegen. Hier ist eine Wildruhezone."
Jäger T. ist Makler und Bauunternehmer und durch eine illegale Bauschuttdeponie seinem Revier bekannt geworden, die er in seiner Amtszeit als Bürgermeister von B. anlegte.

Wonnemonat Mai im Revier von T. bei B.

Drei Radfahrer machen Pause an einer Waldlichtung, an der – natürlich – ein Hochsitz und gegenüber davon eine Futterraufe steht. Ein Geländewagen mit Anhänger rollt heran, eine Jägerin steigt aus: "Jetzt im Mai brüten hier überall die Vögel. Bitte bleiben Sie doch auf den Hauptwegen." Vom Anhänger tropft frisches Blut.

Der neue Jagdpächter von S., ein halbblinder Alkoholiker, der sich als Professor im Ruhestand ausgibt, sperrte viele Reit- und Wanderwege durch Schranken, machte mit Hilfe eines Filzstiftes aus Reiterlaubnisschildern Reitverbotsschilder und teilte den Reitern in seiner Nachbarschaft mit, dass er leider viele, viele Nägel auf einem Reitweg verloren habe.

Bauer und Jäger H. brachte an mehreren Wegen Reitverbotsschilder an sowie ein Schild "Spazierengehen nur bis 18 Uhr erlaubt. Der Jagdherr". Er lauert Reiter A., der in alter Gewohnheit einen neuerdings verbotenen Weg benutzt, auf und stellt ihn zur Rede. A. erwidert: "Das niedersächsische Waldgesetz erlaubt das Reiten auf allen Fahrwegen." H. brüllt: "Was im Gesetz steht, interessiert mich nicht!" H. wirft einen 35er-Schraubenschlüssel dem Pferd klirrend zwischen die Beine. A. biegt eilig in einen unbeschilderten Waldweg ein. H. brüllt hinterher: "Da ist das Reiten auch verboten!"
H. ist ein echter Sportsmann alter Schule. Natürlich wollte er niemanden ernstlich verletzen, sondern nur das Pferd ein wenig erschrecken. Und nur ein schlechter Reiter wäre zu Boden gegangen.

Und dann ist da noch der Bauer, Jäger, Reiter und Pferdezüchter S., der an jedem 3. Oktober eine exklusive Schleppjagd hinter der Niedersachsenmeute veranstaltet, die kreuz und quer durch den Wald und auch mal über einen bestellten Acker führt. Erblicken die Hunde der Meute ein Reh, so wird es nebenbei schnell mal gerissen. Da in seinem Dorf das Reiten immer beliebter wird, sah sich S. ganz einfach gezwungen, seine Wege, die er noch nicht umgepflügt hatte, und seine zwei Jagdreviere mit Schranken und Verbotsschildern für das gewöhnliche Volk zu verbarrikadieren. "Als Grundbesitzer muss man doch auch Vorteile haben", sagt seine reitende und jagende Tochter.

Hubertusjagd
"Diese zudringlichen Berliner! Man müßte den Wald noch viel strenger absperren, lieber Baron!" — "Warum, Komtesse, so als Staffage macht sich der Mob janz nett."
E. Thöny, Simplicissimus 1898

In den beiden Jagdrevieren von S. sieht man an den Wochenenden Jäger aus Holland, die zur Freude der einheimischen Jäger mit Taschenlampen durch den Wald stolpern. Außerdem streift der Erbe einer Braunschweiger Bäckereikette, der von der Arbeit anderer lebt, derart häufig durch S's. Reviere, dass sich das Wild kaum noch blicken lässt, obwohl der Bäckermeister Brot und Kuchen verstreut.

Leserbrief in der Zeitschrift "Freizeit im Sattel", Heft 9/1995

Erlebnis im Celler Land

Niedersachsen und Celle sind mit Recht stolz auf ihre Pferdezucht und deren klangvollen Namen. Tauchen die gleichen Pferde jedoch außerhalb der Box oder Reitanlage in der freien Natur auf, so ist es bei vielen Zeitgenossen mit der Liebe zum Pferd vorbei.

So erging es mir und meiner Frau, als wir am 3.5.95 gegen 16 Uhr 20 einen für Reiter zulässigen Weg zwischen Celle Golfplatz und Ohe beritten und die Bekanntschaft eines besonderen Exemplares von Jäger und Waldbesitzer machen mußten:

Herr L. bog mit seinem Traktor sowie zwei Langholzstämmen im Schlepp auf unseren Weg ein und fuhr, ohne das Tempo zu verringern, mit Vollgas auf uns zu. Da beidseits des Weges lange Fichtenstämme mehrfach hintereinander lagerten, bestand für uns keine Möglichkeit auszuweichen. Es blieb uns ein Raum von etwa 1,2 Meter Breite.

Mein Pferd, als das vordere, begann zu scheuen, stellte sich quer und sprang, um nicht überrollt zu werden, in die lagernden Baumstämme. Das war für Herrn L. kein Grund, abzustoppen. Er fuhr weiter auf meine Frau zu, so daß deren Pferd ebenfalls in die Stämme springen mußte. Daß wir nicht zu Schaden kamen, ist ein glücklicher Zufall.

Als ich Herrn L. etwa 100 Meter weiter beim Abhängen der Stämme zur Rede stellte, daß er sich absichtlich so verhalten habe, antwortete er im Beisein meiner Frau: "Ja, Herrenreiter haben hier nichts zu suchen, nur Jäger. Machen Sie, daß Sie nach Berlin kommen oder arbeiten Sie." Als ich ihn, entsprechend erregt, darauf hinwies, daß meine Frau als nicht so routinierte Reiterin hätte schwer verletzt werden können, sagte er: "Das ist mir egal, das will ich." Nur durch Beschwichtigung seitens meiner Frau und den Umstand, daß ich mein Pferd am Zügel halten mußte, eskalierte die Angelegenheit nicht in eine körperliche Auseinandersetzung.

Wir haben eine Woche auf eine Entschuldigung des Herrn L. gewartet und nach deren Ausbleiben Strafanzeige gestellt und die Jagdbehörde informiert.

Herr L. wurde inzwischen verurteilt, 500,– DM an die Niedersächsische Naturschutzbehörde zu überweisen.

Dr. W. Goldmann

"Ruhe im Revier"

"Wie soll sich der Jäger bei Jagdstörungen durch Naturfreunde, Spaziergänger oder Camper zweckmäßig verhalten? Er soll sein Temperament zügeln und versuchen, mit ausgesuchter Höflichkeit zum Ziel zu kommen. Mit Heftigkeit, Gereiztheit oder gar mit Handgreiflichkeiten erreicht man nichts, sondern setzt sich leicht ins Unrecht und schadet damit dem Ansehen der Jägerschaft. In gleicher Weise bewegt man die Spaziergänger, mitgeführte Hunde anzuleinen (ggf. durch Hinweis auf aufgestellte Fallen oder eine bestehende Tollwutgefahr!)."
(Blase/Pettinger, Die Jägerprüfung in Frage und Antwort, 24. Aufl. 1988, S. 511)

"Bayern: Jäger muss Jogger dulden", urteilte das Amtsgericht Gemünden. Der Jäger aber will weiter prozessieren (Deutsche Jagd-Zeitung (DJZ) 4/2012, S. 65).
"Hessen: Jäger gegen Mountain-Biker"
(DJZ 5/2012, S. 64). Es geht um eine geplante Radstrecke im Wiesbadener Stadtwald.
"Bayern: Jäger ärgert 'Wildbiesler' […] Ein Pärchen bieselte (urinierte) an einem Feldweg bei Schrobenhausen. 'Wildbieseln' ist in den Augen des Jägers eine Unverschämtheit. Mit seinem Auto hatte der Weidmann hinter dem Wagen des Pärchens angehalten und aufgeblendet. Das Verfahren wegen Nötigung wurde eingestellt."
(DJZ 5/2012, S. 67)



Die Worte eines Jägers "Gleich schieße ich hinter Ihnen her, dann werden Sie sehen, wie Ihre Gäule springen!" sind als versuchte Nötigung zu werten und damit strafbar (OLG Koblenz, 22.11.1984, 1 Ws 770/84). Die juristisch saubere Lösung ist, Reiter mit dem Mittel der Unterlassungsklage zu vertreiben, schreibt der Richter und Jäger Mark G. von Pückler in Wild und Hund 14/2003, S. 98.

Der Förster und Jäger Goede Gendrich aus dem Kreis Celle empört sich nur aus Berechnung über arrogantes Auftreten seiner Jägerkameraden, denn im Ziel ist er mit ihnen einig: Das Recht auf Erholung der Bevölkerung im Wald beruhe auf "offensichtlich unausgereiften und voreilig erlassenen Gesetze[n]".

"Während meiner Lehrzeit vor nunmehr bald sechzig Jahren sprach man uns Forstanwärtern von der Furcht, die den Wald zu regieren habe, um ihn und das Wild vor Störungen zu bewahren. Nicht wenige Revierinhaber frönten dieser Devise, indem sie sich als Fronvögte den Bürgern an den Grenzen ihrer Jagd- und Forstbezirke entgegenstellten. Noch immer mag es der Mentalität einzelner selbstsüchtiger Jäger und Forstleute entsprechen, sich als unumschränkte Herrscher des Reviers zu empfinden, in das einzudringen ihnen als verdammungswürdiges Vergehen erscheint. […]
Überhaupt Fingerspitzengefühl: Wie immer wir diesen Begriff auch verstehen wollen, ob als Takt, Einfühlsamkeit oder Sensitivität – stets muß uns dieses Gefühl in unserer Rücksichtnahme auf die Öffentlichkeit leiten. Nichts steht dem mehr entgegen als protzenhaftes Angeben mit großen Strecken und starken Trophäen, von Neid diktiertes Streiten um eine von mehreren Jägern beanspruchte Beute, mitleidloses Verzichten auf den Fangschuß für ein ohnehin alsbald verendendes Wild, Bejagen erst kurz zuvor ausgesetzter Fasane, rücksichtsloses Töten und Versorgen von Tieren in Gegenwart empfindlicher Bürger, widerwärtiges Krakeelen alkoholisierter Jäger in öffentlichen Gaststätten und manches mehr, was hier aufzuführen wir uns schenken wollen." (Goede Gendrich, Jagen: Verantwortung oder Lust am Töten?, Neumann-Neudamm 1990, S. 121, 131ff)

 

Endlich wissenschaftlich bewiesen:

Jäger sind Lustmörder

Ein Jäger namens Günter Kühnle schrieb an der Universität Trier eine Doktorarbeit "Die Jagd als Mechanismus der biotischen und kulturellen Evolution des Menschen", betreut von dem jagenden Universitätsprof. Dr. rer. nat. Dr. h. c. mult. Paul Müller (http://ub-dok.uni-trier.de/diss/diss45/20030120/20030120.htm). "Wild und Hund" fasst das Opus unter der Überschrift "Keine Angst vor der Lust" im Heft 24/2003 auf den Seiten 32 bis 35 so zusammen:

"Kühnle, der selbst Jäger ist, hält wenig davon, jagdliches Tun ausschließlich mit ökologischen Argumenten zu rechtfertigen. Sein Credo lautet: Beim Erlegen des Wildes erleben Jäger einen Kick, und zu dem sollten sie sich bekennen."
Kick bedeutet dabei auf altdeutsch "Lust, Freude, Entspannung, Glück".
"Die Forschung hat deutlich gezeigt: Dem Jäger geht es nicht um die Vernichtung eines speziellen Tieres, an das er sich herangepirscht hat. Er erlebt aber seinen emotionalen Erfolg, den Kick, nur, wenn es ihm gelingt, das Leben eines speziellen Tieres zu vernichten. Das klingt paradox."

In der Tat! Das "emotionale Jagdparadox", mit dem Dr. Kühnle fast 600 Seiten vollschreibt, ist zusammenkonstruiert. Denn wer darauf aus ist, ein Tier zu töten, muss zwangsläufig auch ein bestimmtes Tier töten, und sei es das, das zufällig als erstes vor die Flinte läuft, oder, näher an der Wirklichkeit, das das prächtigste Geweih hat.

"Da es viele Jäger gibt, die ein hohes Interesse daran haben, den emotionalen Kick immer und immer wieder zu erleben, werden sie ihr komplettes jagdliches Tun so gestalten, dass immer genügend jagdbares Wild vorhanden ist."

Die Jäger schaffen also die Probleme, die sie zu lösen vorgeben. Angeblich profitiert hiervon nicht nur die Tier-, sondern auch die Menschenwelt.

 

Seeben Arjes in "Die Pirsch/Der Deutsche Jäger", Heft 23/2000, S. 4 - 9

"Die Würde des Tieres ist antastbar"

Die Jagd dient heute der "Sinnenfreude eines Teiles einer satten Gesellschaft. Die Jagdleidenschaft als Lustgewinn muss man nicht erklären oder rechtfertigen, denn es ist ein ganz natürliches Ding, dass die Natur uns alle Tätigkeiten, die der Arterhaltung dienen, triebhaft lustvoll gestaltet hat. Wir wären in der Evolution nicht soweit gekommen, hätten wir nicht seit eh und je triebhaft gerne Beute gemacht und mit dem anderen Geschlecht getanzt."

Seltsam, dass nur 0,4 % der Deutschen ihrem angeborenen Jagdtrieb nachgehen, der auch meistens erst in der zweiten Lebenshälfte erwacht, während das Tanzen etwas weiter verbreitet ist.

"Wird die Jagd als Spiel im sportlichen Sinn verstanden, hat das Tier die besten Chancen auf gute Behandlung. Denn zum sportlichen Spiel gehört auch Fairness. Wer von der Jagd nicht leben muss, kann es sich leisten, im Umgang mit dem Partner Spielregeln zu akzeptieren. Ein echter Sportsmann will weder seine Kartoffeln vor Schweinen schützen, noch mit missionarischem Eifer den Wald von Pflanzenfressern befreien. Er will sich nicht aufbauen, indem er Schwächere besiegt. Er will in sportlichem Geist sich selbst und seine edle Gesinnung beweisen."

Echt edel und sportlich wäre es, wenn der satte Wohlstandsbauch seine Spielpartner mit bloßen Händen fangen würde, statt unfaire Hilfsmittel einzusetzen, gegen die das Tier keine Chancen hat. Dass die Jäger keine "edle Gesinnung" haben, weiß er selbst:

"Manche Leute reisten und reisen heute noch weit und geben viel Geld aus, um sich an eigens dafür 'gehegten' Enten oder Fasanen 'mal richtig satt zu schießen', ohne auch nur einen einzigen Braten mit nach Hause zu nehmen. Welches Verhältnis haben jene Menschen zur Schöpfung im Allgemeinen und zu den Tieren im Besonderen? Die Jäger haben zu lange geduldet, dass solche Zeitgenossen ihren Schießsport als Jagd und sich selbst als Jäger bezeichneten."

Die philosophischen Gedanken des jagdsportlichen Triebtäters gipfeln in der folgenden Lüge, die er aus seinem umfangreichen Erfahrungsschatz als Schweißhundeführer (Schweiß = Blut; Schweißhunde verfolgen die Blutspur eines angeschossenen Tieres) zieht: Wenn ein Jäger ein Tier nur anschießt, so dass es einem tagelangen Todeskampf ausgeliefert wird, weil der Jäger zu faul oder unfähig zur Nachsuche ist, dann trägt für Arjes die Schuld daran nicht der schlechte Schütze, sondern derjenige, der eine Senkung der überhöhten Wildbestände fordert.

 

Leserbrief in "Die Pirsch/Der Deutsche Jäger", Heft 9/2001, S. 25

Bitte etwas mehr Fingerspitzengefühl

Zum ersten Mal habe ich die Messe "Jagd & Hund" 2001 in Dortmund besucht. Alles in allem war ich über die Größe der Veranstaltung stark beeindruckt. Auch die Vielzahl der Anbieter von Jagdreisen aus aller Herren Länder war für mich sehr eindrucksvoll.

Was ich aber an einem Stand eines afrikanischen Jagdreiseanbieters sah, verschlug lug mir glatt die Sprache. Voraus schicken möchte ich, dass ich jagdlich mit Afrika und dem dort befindlichen Großwild keine Erfahrung habe. Gelesen habe ich schon einiges darüber, darum zog es mich auch zu der Videodarbietung, mit der der Veranstalter um seine Jagd warb.

Der Film hieß ins Deutsche übersetzt, "Der Tod zu meinen Füßen". Gezeigt wurden jeweils Szenen, in denen angeschossenen Büffeln oder auch Flusspferden der Fangschuss angetragen wurde. Jeweils wurde immer solange gewartet, bis das wehrhafte Wild auf den Schützen zustürmte. Mit dem Fangschuss wurde immer bis zur letzten Sekunde gewartet. Das Stück brach dann nur ein paar Meter vor dem Schützen zusammen. Bei einem Büffel flog nach dem Schuss der Unterkiefer davon. Einem Flusspferd hingegen, bei dem sich schon ein Blutstrahl von etwa einem Meter aus seinen Nüstern ergoss, hob man mit einem Meisterschuss aus zirka 20 Meter die Schädeldecke. Meiner Ansicht nach war der Busch auch nicht so dicht, dass ein sicherer Schuss aus größerer Distanz möglich gewesen wäre. Sind so die jagdlichen Anforderungen in Afrika?

Bei mir erweckte es allerdings den Eindruck, dass hier für so manche Jäger etwas, ja wie soll ich mich ausdrücken, etwas wie ein geiler Kick geboten wird. Ein Blick in die Runde der Zuschauer bestärkte noch meinen Eindruck. In den Gesichtern las ich von entzücktem Staunen bis zu entsetztem Kopfschütteln.

Bisher waren für mich die Sprüche der Jagdgegner über die Jäger, denen einer beim Schuss abgeht, ein blödes Gewäsch, wobei ich mir jetzt vorstellen kann, wie solche Meinungen zustande kommen. Normalerweise bin ich nicht der Leserbriefschreiber und ich habe lange hin und her überlegt, ob ich etwas unternehmen soll. Aber es lässt mir einfach keine Ruhe. Wird denn im Vorfeld nicht geprüft, was so angeboten und gezeigt wird?

Die heutige Zeit verlangt einfach etwas mehr Fingerspitzengefühl, besonders wie wir alle wissen, im Umgang mit der Jagd.

Jagdtourismus: exotisches Vergnügen, nachhaltiges Geschäft

Im südlichen Afrika wird "canned hunting" (Jagd in Dosen) auf Löwen angeboten: Ein Löwe wird mit Medikamenten benebelt, und ein Safarijäger aus Europa oder Nordamerika knallt ihn aus dem Jeep heraus ab. Deshalb hat mancher südafrikanische Rinderzüchter seine Farm auf die Zucht von Löwen (hinter Elektrozäunen) umgestellt, weil sich das mehr lohnt. Jagdurlaub im Ausland boomt nach dem Motto: Je seltener die Tierart, desto höher der Ruhm des Jägers.

"Von der klassischen Viehzucht, von Rindern und Schweinen wenden sich immer mehr südafrikanische Bauern ab, sie haben eine weitaus lukrativere Beschäftigung gefunden. In den letzten Jahren sind 5000 'gamefarms' entstanden, in denen Löwen, Elefanten und Rhinozerosse mit viel Aufwand versorgt und gepflegt werden. Über zwei Millionen wilder Tiere warten heute auf den zahlungskräftigen Jäger aus Amerika oder Europa. Für die Jagd und den Abschuss eines Rhinozeros kassieren die Inhaber der 'gamefarms' inzwischen 45 000 Euro. […] Diese Jagd-Industrie in den 'gamefarms' hat sich zu einem wichtigen Wirtschaftszweig entwickelt, an der Universität von Pretoria wurden gleich zwei Studiengänge über die Bewirtschaftung der neuen Jagdreviere eingerichtet."
(Jagdfieber in Südafrika, ARTE, 20. August 2002, 20:15 Uhr; vgl. Spiegel 19/2013, S. 122 ff)
"Wer denkt, Tiere, die dem Washingtoner Artenschutzabkommen (WA, englisch: CITES) unterliegen, seien für Trophäenjäger tabu, unterliegt einem Irrtum. Bedrohte Tierarten stehen hoch im Kurs, und das WA toleriert im Rahmen bestimmter Quoten die Trophäenjagd selbst auf ansonsten streng geschützte Arten wie Gepard, Leopard, Nashorn, Elefant, Puma, Braunbär, Eisbär und Wildschaf. Nach den amtlichen deutschen WA-Jahresberichten erbeuteten deutsche Jäger innerhalb von acht Jahren Trophäen von mindestens 6 000 Tieren aus 55 geschützten Tierarten. Darunter befanden sich zum Beispiel 130 Geparde, 290 afrikanische Elefanten, 490 Leoparde, 500 Flusspferde, 100 Pumas, 480 Braunbären, 80 Eisbären und 80 Wildschafe."
("Reisen, um zu töten – deutsche Trophäenjäger im Ausland" vom Tierschutzbund Bayern)

"Deutsches Brauchtum in Ostafrika" — "fröhliche schwarze Diener"

Zu den Standardargumenten der Jägerpropaganda gehört die Behauptung, dass der Jagdtourismus ein Segen für "die" Menschen in fernen Ländern sei.

"Das große Geld bringen die Gastjäger, die nur an Trophäen interessiert sind. Sie bringen die dringend benötigten Devisen. Kann man sich eine natürlichere, umweltfreundlichere Nutzung dieser Gebiete vorstellen?", schrieb Dr. Kalchreuter schon 1977 unter der Überschrift "Das Wild muss Wirtschaftsfaktor werden" (Die Sache mit der Jagd, BLV-Verlag 1977, S. 184 f).

Ein Beispiel aus Tansania:

"Der Jagdgast aus Europa wird auf mustergültig angelegten Pirschwegen durch den märchenhaften Bergwald geführt zu Hochsitzen, so perfekt und komfortabel, daß sie selbst Altmeister Frevert zur Ehre gereichen würden. […] Der erfolgreiche Jagdtag endet im hochgelegenen romantischen Jagdhaus am flackernden Kaminfeuer, wo fröhliche schwarze Diener im grünen Livree Whisky servieren." (Kalchreuter, S. 58f)

Walter Frevert (1897 – 1962) war ein prominenter Jäger, Forstbeamter und Jagdschriftsteller. 1933 trat er in die NSDAP und in die SA ein. Besondere Verdienste erwarb er sich als Görings Helfer, der sich das traditionelle Jagdgebiet der polnischen Könige und russischen Zaren von Bialowies angeeignet hatte und die Jagdfläche verdoppeln wollte. Dafür wurden 116 Dörfer dem Erdboden gleichgemacht, 900 Menschen erschossen und 6000 Menschen deportiert – Natur pur eben (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Frevert).

Auch in Afrika bleiben die Interessen der einfachen Bevölkerung eher auf der Strecke. Am Beispiel Namibia: Das Wild sei im 19. Jh. "als billige Fleischquelle für Hottentotten und Hunde gnadenlos verfolgt und in vielen Teilen ausgerottet" worden. 1969 setzte der Umschwung ein, als das ursprünglich herrenlose Wild zum Eigentum der Farmer, also der überwiegend weißen Grundeigentümer, erklärt wurde. Damit war das Jagdrecht der einfachen Bevölkerung abgeschafft! Wegen der wachsenden Einnahmen aus dem Jagdtourismus kam es dazu, dass "immer mehr Farmer sogar von der Vieh- auf die Jagdfarm umstellten" (Kalchreuter, S. 85 f).

Ein Fachmann für Jagdtourismus plaudert aus dem Nähkästchen

Auszug aus Wild und Hund (WuH)13/2012, S. 57f:

"Trophäenmanipulationen haben die Jagdreisebranche in ein schlechtes Licht gerückt."

"Das Geschäft mit der Jagd kennt perverse Praktiken. Eintausend Stück Flugwild pro Jagdgruppe? - Kein Problem. Kisten machen auch das möglich. Dass die gesamte Strecke oftmals verworfen werden muss, weil das mit Medikamenten vollgepumpte Federvieh aus Massenvolieren nicht einmal mehr als Hundefutter taugt - offensichtlich ist auch das für einige kein Problem.

Kurt Hofer war Teil dieser Branche. Seit über 25 Jahren ist er im Jagdreisesektor bei unterschiedlichen Anbietern tätig. 'Einmal rief mich ein Kunde an. Der wollte mit einer Handvoll Jagdfreunden eine Drückjagd buchen, bei der mindestens 120 Stück Schwarzwild fallen müssen. Gekoppelt war die Anfrage daran, dass die Jagdstrecke ausschließlich aus reifen Keilern bestehen sollte.' Hofer setzte diesen Wunsch in einem jugoslawischen Jagdgatter zur Zufriedenheit der Kundschaft in die Tat um. Die Keiler wurden aus unterschiedlichen Aufzuchtgattern zusammengeholt."

"Wir jagen nicht um zu töten, sondern wir töten, um gejagt zu haben"

Diesen Kalauer haben die Jäger schon vor hundertzwanzig Jahren erfunden. Ein aktuelles Beispiel aus der ältesten und ehrwürdigsten aller Deutschen Jagdzeitschriften:

"Wer viel Geld für eine Jagdreise ausgibt, möchte etwas haben, was man eigentlich nicht kaufen kann – ein Erlebnis, ein Abenteuer. Der Schuss setzt nur den Endpunkt hinter etwas, dessen eigentlichen Wert der Jäger schon längst vorher empfunden hat." (WuH 5/2012, S. 3)

Bescheidene Frage: Warum ist der Schuss nicht überflüssig? Was erlebt der Jäger denn noch zusätzlich durch den tödlichen Schuss?

Preisliste für das Töten im niedersächsischen Landesforst

Form

Zeit

Kosten

Entgeltliche Bewegungsjagd auf Schalenwild

Einzeltage

Standgebühr rund 200 Euro pro Tag plus Jagdbetriebskosten für Trophäenträger

Kurz-Jagderlaubnisschein

drei aufeinander folgende Kalendertage

40 Euro (bei Führung zzgl. 50 Euro pro Führung)

Intervall-Jagderlaubnisschein

10 aufeinander folgende Kalendertage

90 Euro und 150 Euro bei Hochwild (bei Führung zzgl. 50 Euro pro Führung)

Alle Preise verstehen sich zzgl. gesetzlicher Mehrwertsteuer

Quelle: Niedersächsischer Landesjagdbericht 2005

Das Angebot ist maßgeschneidert für Leute, die mal eben schnell ein Tier töten wollen. Damit sie sich im Wald zurechtfinden, können sie sogar einen Führer mieten: "Abenteuer: Waldjagd". Die Trophäen müssen noch zusätzlich bezahlt werden. Am Beispiel "reifer Hirsch mit 7 kg Geweihgewicht" hat Wild und Hund (13/2013, S. 47) folgende aktuelle Spannbreite ermittelt: Der Landesforst Thüringen will 2500 Euro + MWSt, der Landesforst Baden-Württemberg dagegen 4600 inkl. MWSt. kassieren.

Jäger sind Machos

"Schaut euch die Weiberfeinde, die Vegetarier, die Antialkoholiker, Nichtraucher, Sektierer und die heftigen Jagdfeinde näher an, und ihr werdet finden, dass ihr Verhalten von Angst und Urteilsschwäche oder Geltungsbedürfnis oder Enttäuschung oder schlechtem Gewissen oder ganz einfach von abnormer Veranlagung oder böser Erfahrung bedingt ist. Was sie dann veranlasst, dem Jäger dasselbe anzukreiden.
Hans Krieg, erster Präsident des Deutschen Naturschutzrings (DNR)"

Dieses Zitat stellt der Jäger Wollny seiner Schrift "Jagdgegner-Behauptungen - Eine Richtigstellung" (PDF) voran. Ein schönes Eigentor!

Der DNR, ein Dachverband verschiedenster Naturschutzorganisationen, war anfangs von Jägern, den einzig wahren Naturschützern, dominiert, bis 1986 der Deutsche Jagdschutzverband aus dem DNR ausgeschlossen wurde. Danach traten noch freiwillig aus: Deutscher Falkenorden, Silberner Bruch, Deutscher Fischereiverband, Verband Deutscher Sportfischer und Deutscher Imkerbund. Heute verlangt der DNR nach einer ökologisch orientierten Reform des Jagdrechts.

— aber Machos haben ein weiches Herz

Die Jagdreiseveranstalterin Tamela Moss über ihre Kunden: "95 Prozent der Männer fallen auf die Knie und fangen an zu heulen, wenn sie ihren ersten Elefanten geschossen haben. Ein so großes Tier zu erlegen ist wie der beste Orgasmus, den Sie sich vorstellen können. Da ist man so nah bei Gott, wie man es nur sein kann."
(Spiegel 32/2012, S. 113)

Jagdethik

Jagdlyrik

"Die in amtlichen Vordrucken mit dem Wort 'Abschuß' gekoppelten Ausdrücke passen nicht. Man sollte deshalb aus jagdethischen Gründen an Stelle von 'abschießen' sagen: Schießen, erlegen, strecken, auf die Decke legen; statt 'Abschußplan': Bejagungsplan; statt 'Abschußliste': Streckenliste und statt 'Abschußmeldung': Streckenmeldung." (Blase/Pettinger, S. 184)
"Rehwild gehört zu den beliebtesten Schalenwildarten der Jäger wie der Naturfreunde gleichermaßen. Sie schätzen die Standorttreue, die Tagaktivität und die Variabilität der Gehörnformen. Viele Jäger sprechen vom 'Hochwild des Herzens', um ihre Wertschätzung für das Rehwild treffend zu beschreiben." (Land & Forst 21/2005, S. 43)

"Das ist des Jägers Ehrenschild,
daß er beschützt und hegt sein Wild,
weidmännisch jagt, wie sich's gehört,
den Schöpfer im Geschöpfe ehrt."

(Diese Verse finden sich auf dem Etikett des Kräuterlikörs "Jägermeister")

Jägerin im Jagdfieber

Jagdporno

"'Das ist wie nach einem Sprint', sagt Madeleine Mahr, 'du spürst das Adrenalin im Blut.' Auf ihrem Nachttisch liegt ein Buch, 'Jagen, Sex und Tiere essen'. Der Autor vergleicht das Ziehen des Abzugs mit einem Orgasmus, beschreibt die Jagd als Teil einer neuen Lust am Archaischen und den Beutetrieb als dem Menschen angeboren." (Süddt. Zeitung, 4. Jan. 2014, S. 9, A.-N. Hagemann)

Der Autor des Buches 'Jagen, Sex und Tiere essen' ist Dr. Florian Asche, Jäger und Rechtsanwalt in Hamburg. Traurig, dass solche Schreibtischmenschen ihre Erfüllung im "Ziehen des Abzugs" finden.

"Respekt und die dankbare Anerkennung, dass das erbeutete Wild sein Leben dem Menschen hingegeben hat" (Dr. K.-H. in der Pirsch, Heft 13/2006)

Jägerhumor

"Ich prügle mich nicht gern, aber wenn es sein muss, erschieße ich jemanden."

So sprach ein Offizier und Jäger auf einem Truppenübungsplatz in der Lüneburger Heide. "Wir haben furchtbar viele Verkehrsunfälle mit Wild", erzählte er und gab folgende Anekdote zum Besten:

"Ich kam einmal zu einem frischen Unfall. Eine Frau hatte ein Reh angefahren. Das Reh lag am Straßenrand und bewegte sich noch. Die Frau weinte. Als Jäger war es meine Pflicht, das Tier zu erlösen. Nachdem ich es erschossen hatte, weidete ich es aus. Nach dem kleinen Jägerrecht steht dem Erleger eines Wildes die Leber zu. Das war in diesem Fall die Frau. Ich überreichte der Frau die blutige Leber. Die Frau fiel fast in Ohnmacht."

Und der Zweieinhalbzentnermann brach in ein röhrendes Gelächter aus.


"Jagd ist Tierschutz"

(Deutscher Jagdverband, DJV)

"Ufert der Tierschutz aus?"

Nachdem Deutschland die Jagdzeiten auf Tauben, Schnepfen und einige andere Vögel wegen der EU-Vogelschutzrichtlinie verkürzen musste (Jagdverbot in der Brut- und Aufzuchtzeit), schrieb die Deutsche Jagd-Zeitung (DJZ) unter dieser Überschrift im Heft 5/2002, S. 5:

"Nach der Waldschnepfe nun das 'Aus' für die Jagd auf den Ringeltauber. Wieder ist mit der berühmt-berüchtigten Salami-Taktik der Jagd etwas genommen worden – nämlich Freude! Das Frühjahr spüren, das Erwachen der Natur aus dem Winterschlaf erleben. Und der Schuss auf den Tauber ist nur der Abschluss einer tiefen Befriedigung über das Erlebte."

Einige Seiten später folgt ein Interview mit dem Justiziar der Landesjägerschaft NRW, Thies:

"DJZ: Schließen Tierschutz und absichtliche Tötung von Tieren einander nicht grundsätzlich aus?
Thies: Tierschutz und die absichtliche Tötung von Tieren schließen sich keineswegs aus. Niemand weiß dies besser als die Jäger. […] Die ordnungsgemäße Jagdausübung stellt nach einhelliger Rechtsansicht einen vernünftigen Grund für die Tötung von Tieren dar. Bei verständiger Betrachtung sind dabei auch die Zufügung von Schmerzen und unter Umständen sogar von Leiden, etwa bei krank geschossenem Wild, leider unvermeidbar. […] Für die Schweißarbeit und ein dabei unter Umständen notwendig werdendes Hetzen und Niederziehen eines kranken Stückes sehe ich keine Gefahr von Einschränkungen. Die Nachsuchenarbeit dient ja in erster Linie dazu, dem kranken Wild weitere Schmerzen und Leiden zu ersparen. Deshalb ist die Schweißarbeit notwendiger Bestandteil eines richtig verstandenen Tierschutzes.[…]
DJZ: Ist zu befürchten, dass jedes Krankschießen von Wild künftig als fahrlässige (wenn nicht sogar vorsätzliche) Tierquälerei bewertet wird?
Thies: Diese Befürchtung besteht nicht, denn Tierquälerei begeht nur, wer aus Rohheit einem Tier erhebliche Schmerzen oder Leiden oder länger anhaltende erhebliche Schmerzen zufügt." (S. 16 ff)

CZ, 24. Januar 2003

Meerschweinchen getötet – Geldstrafe

BRAUNSCHWEIG. 2500 Euro Geldstrafe muss ein 40-Jähriger aus Braunschweig für die Tötung zweier Meerschweinchen "ohne vernünftigen Grund" zahlen. Die Tiere hatten bei dem Mann einen Ausschlag verursacht. Da er nicht wusste, wohin mit den Meerschweinchen, habe er sie mit einer Eisenstange erschlagen, teilte die Staatsanwaltschaft gestern mit. Die Verlobte des Tierhalters erhielt einen Strafbefehl über 315 Euro wegen Beihilfe zum Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. 

 

"Es gibt Eiferer, die das Tier als eine dem Menschen ebenbürtige Kreatur sehen und ihm menschengerechten Schutz zusprechen wollen. Das kann nicht angehen."

Ex-Bundeswirtschaftsminister Rexrodt, nach Wild und Hund 10/2002, S. 14

aus der Serie "Prominente Jäger" der DJZ

Zum Beispiel Bundeswirtschaftsminister a. D. Michael Glos

Den Michel übermannte die angeborene Jagdleidenschaft schon im zarten Alter von 65 Jahren, nachdem er als Bundeswirtschaftsminister zurückgetreten war. Der gelernte Müllermeister mit mittlerer Reife erwarb das Grüne Abitur nach einem 17 Tage dauernden Intensivkurs. Dazu eignete er sich ein umfangreiches und gründliches Wissen über Wildbiologie, Wildhege, Land- und Waldbau, Wildschadensverhütung, Waffenrecht und Waffentechnik, der Führung von Jagdhunden, Jagd-, Tier- und Naturschutz, Landschaftspflegerecht und vieles andere an, das einem Normalbegabten auf ewig verschlossen bleiben muss. "Jetzt habe ich aber erst mal die Jägerprüfung gemacht, um mir zu beweisen, dass ich mich auch in andere komplizierte Zusammenhänge einarbeiten kann", sagte er in einem Interview der Süddeutschen Zeitung auf die Frage, wie er seinen Ruhestand gestalten werde (28. Juli 2012).

"Jagdgelegenheiten hat der Ex-Minister reichlich, wenngleich er betont, keinerlei 'Prominentenbonus' auszunutzen. Freunde mit Revieren laden ihn gerne und häufig ein." (DJZ 1/2012, S. 20)

Zum Töten reiste er bis Namibia. Das Töten eines Deutschen Rothirsches scheint dagegen schwieriger zu sein:

"Seit 2 Jahren jage ich auf einen guten Hirsch. Ich wurde schon x-mal in Österreich, der Eifel oder auch im Bayerischen Wald darauf geführt. Aber es sollte bislang einfach nicht sein." (ebd.)

Diese Führerpersönlichkeit lässt sich wie ein Kind an die Hand nehmen!

Cellesche Zeitung

Wildschweine und Rothirsche: immer zu wenig

Die Jäger lassen die Wildbestände ins Uferlose wachsen. Ein Beispiel aus meinem Dorf:

"Rot- und Schwarzwild waren unbekannt, und wenn erst seit etwa 1930 sich ab und zu ein Schwarzkittel hierher verirrte und gar zur Strecke kam, war dies eine Sensation." (100 Jahre landwirtschaftlicher Verein Beedenbostel, 1961, S. 78)

Wenn heute dagegen die Schwarzwildstrecke einmal vorübergehend in einem Jahr auf 131 zurückgeht, so fragen die Jäger sich besorgt, ob "noch genügend Schwarzwild vorhanden" ist (Hegering Lachtetal, Mitteilungsblatt der Samtgemeinde Lachendorf, März 2001, S. 61).

Die systematische Erhöhung der Bestände hat sogar einen Namen: Lüneburger Modell. Als erstes verordneten sich die Jäger ab 1977 eine Schonzeit für die Wildschweine sowie eine besondere Schonung junger Keiler mit vielversprechenden Anlagen: "Erzielen starker Keilertrophäen" ist ihr Ziel. (Jürgen Schulte, Der Jäger. Lehrbuch für die Jägerprüfung, Verlag Eugen Ulmer, 3. Auflage 1998, S. 83) "Wir wollen heute damit die Schwarzwildbestände reduzieren, und den Wunsch eines jeden Jägers auf Erlegung eines alten Keilers nebenbei [!] erfüllen." (Nds. Landesjagdbericht 2007, S. 27)

Hier eine Erfolgsmeldung:

"Mittelalte Keiler schont man, bis sie wirklich stark sind (Einzelgänger!). Sie sollten erst erlegt werden, wenn sie mindestens 5 Jahre alt sind oder 100 kg aufgebrochen [ausgeweidet] wiegen. Nach diesem Motto wurde in der Lüneburger Heide am 4.8.1979 im Waldrevier Ellerndorf vom Waidgenossen den Heijer ein kapitaler Basse mit dem sagenhaften Gewicht von aufgebrochen 516 Pfund, der sich in einem angelegten Haferstreifen gütlich tat, mit der 9,3 x 74 R [eine bestimmte Munition] erlegt. Ostpreußenkeiler brachten es nur (!) auf 300 bis 474 Pfund." (Blase/Pettinger, S. 250)
"Leider hat das Lüneburger Modell, 1968 vorgestellt von Kreisjägermeister Norbert Teuwsen, zu einer rasanten Bestandserhöhung bei Bachen geführt." (Dr. ing. mult. Hellmann, DJZ 8/2012, S. 41) Der Bergbauingenieur rechnet dann mit einem Polynom fünften Grades vor, dass ganz genau 82 000 Bachen (weibl. Wildschweine, also Nachwuchsproduzenten) zu viel in Deutschland leben würden.

"Keilerhege leicht gemacht. Gezielt Keiler in einem Revier heranhegen? Geht das denn?"

Ja, sagt die DJZ im Heft 3/2012 auf den Seiten 36 bis 39:

  1. Wildäcker/Wildwiesen

  2. Suhlen und Schöpfplätze

  3. Malbäume

  4. Kirrungen

  5. Salzlecken

  6. Sauhütten

  7. Pendelklappen

Fazit: Man muss "dem Schwarzwild eine bequeme Heimstatt einrichten". "Wenn dann ein Keiler fällt, ist dies höchste Weidmannslust!"

"Eine Hege mit der Büchse beim Schwarzwild zu empfehlen, wage ich nicht wegen des großen Schadens, den diese Wildart auf den Feldern verursacht. Sicher ist, daß kein Wild auf eine Hege so schnell und so intensiv reagiert, wie das Schwarzwild." (Raesfeld/Frevert, Das Deutsche Waidwerk, Parey-Verlag, 7. Auflage 1955, S. 426)

Dreißig Jahre später hörte man ganz andere Töne: "In unserer Zeit stellt sich die Frage, ob die Wildsauen nützlich oder schädlich sind, eigentlich nicht mehr." Sie sind eindeutig nützlich für den Jäger! (Menzel, Das Celler Land. Landschaftspflege und Naturschutz, Celle 1988, S. 31)

 

"Es gibt nichts Schöneres als den Schrei eines sterbenden Keilers im Morgengrauen."
Dr. med. Waidloch

Rotwildhege leicht gemacht

Auch beim Rotwild haben sie der Natur nachgeholfen: Um immer prächtigere Hirschgeweihe zu produzieren, haben sie schon früh Rothirsche aus Ungarn importiert und hier zur Vermehrung ausgesetzt (Der Speicher. Heimatbuch für den Landkreis Celle, Celle 1930, S. 409). Heute wird die Sache agrar-industriell wie in der modernen Schweine- und Rinderzucht betrieben:

"Eine der größten Hirschzuchtfarmen Europas entsteht derzeit in Kroatien in der Nähe von Djakovo. Damit wird die Stadt nicht nur für ihre Lippizanerzucht weltberühmt, sondern bald auch mit Hirschen australischen Ausmaßes von sich reden machen. Die Balkan-Hunting-Company, hinter der ein großer kroatischer Autohändler steht, hat mit dem Wissen aus Neuseeland und mit Hilfe von Veterinären aus Wellington (Australien) auf knapp 100 Hektar eine Farm errichtet. Dort wird Rotwildkahlwild mit neuseeländischem Sperma befruchtet. Teilweise wurden auch Hirschembryonen eingepflanzt. Ein Teil der gezüchteten Stücke wird in einem dazugehörigen rund 1000 Hektar großen Gatter erlegt, mit anderen wird europaweit gehandelt." (WuH, 14/2010)

Damit schließt sich ein Kreis, denn die Rothirsche, die heute in Australien und Neuseeland leben, wurden von den Europäern mitgebracht.

Ein deutsches Beispiel für Geweihzucht bietet das Gut Gollin bei Templin: "Zuchtwild mit Fokus auf die Geweihbildung", so beschreibt der Jäger und Hirschzüchter Elmar Ernst der DJZ sein Geschäft (5/2013, S. 24f). "Unser Zuchtwild stammt ausnahmslos aus England, weil das durchgezüchtete Genetik ist. […] Unsere Zucht ist keine Liebhaberei, es ist eine Form der Landwirtschaft wie Pferdezucht, Rinderzucht oder dergleichen." Er betont, dass sein Geschäft profitabel ist.

Süddeutsche Zeitung vom 11. Januar 2001

Jäger erschießt zwei Rinder "in Notwehr"

Nennslingen - Ihr Anblick muss furchterregend gewesen sein. Jedenfalls flößten zwei Jungrinder, die in abendlicher Dämmerung unweit der Gemeinde Nennslingen (Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen) plötzlich am Waldrand auftauchten, einem fränkischen Jägersmann derart große Angst ein, dass dieser kurzerhand die Flinte hoch riss und abdrückte. "Aus reiner Notwehr", wie er hernach bei der Polizei zu Protokoll gab, habe er die Kühe niedergestreckt. Denn die beiden etwa 1,30 Meter hohen Tiere hätten ihn angegriffen. Weil Rinder aber rein jagdrechtlich nicht zu erlegbarem Wild zählen, hat der Mann nun mächtig Ärger mit den Behörden.

Zumal die Polizei gehörige Zweifel an der Verteidigungsversion des Schützen hegt. Sie glaubt vielmehr, dass der als Jäger erfahrene, doch über 70 Jahre alte Mann die Kühe mit Wildsäuen verwechselt und in der irrigen Hoffnung auf Wildbret erschossen hat. So jedenfalls hatte sich der Jagdfreund nach den Blattschüssen einem Landwirt offenbart, den er zunächst für den Eigentümer der erlegten Paarhufer hielt. Diesem Bauern waren einige Tage vorher zwei Kühe ausgebüchst. Doch in Mittelfranken scheinen mehr Rindviecher frei herumzulaufen, als man gemeinhin annimmt. Anhand der Ohrmarken stellte sich nämlich heraus, dass die toten Tiere einem anderen Bauern gehörten.

Die Schüsse dürften den Jäger teuer kommen. Schadensersatz steht an und die Jagdbehörde prüft, ob er überhaupt noch einmal auf die Pirsch gehen darf. 

"Nirgends wird mehr gelogen als vor den Wahlen, während des Krieges und nach der Jagd" (soll Bismarck gesagt haben)

Jägerschicksale

Ein jagender Chirurg fuhr ins Revier. Das Gewehr lag geladen im Auto. Der zweite Fehler des akademisch gebildeten Waidmannes war: Er nahm die Waffe so aus dem Auto, dass die Mündung gegen ihn gerichtet war — peng, da half kein chirurgischer Eingriff mehr.

Professor auf Treibjagd erschossen. — Na ja, kann vorkommen. Weil aber der Dienstherr des Professors, ein deutsches Bundesland, die Zahlung einer hohen Hinterbliebenenrente auf sich zukommen sah, verklagte es den Todesschützen auf Schadenersatz. Die erste Instanz sprach den Todesschützen frei: Der Professor habe gegen bestimmte Regeln der Treibjagd verstossen, sei also letztlich selber Schuld. Die nächste Instanz hob das Urteil auf: Der Todesschütze hätte besser hinsehen müssen. Und wenn sie nicht gestorben sind, so prozessieren sie noch heute. — Der Gesetzgeber in seiner unendlichen Weisheit zwingt die Jäger zum Abschluss einer Haftpflichtversicherung, womit Personenschäden bis zu 500 000 Euro gedeckt sind. (Diese enorme Summe ist seit 1976 gleichgeblieben.)

Einen über 70 Jahre alten, Parkinson-kranken Jäger packte nach längerer Pause wieder einmal die Jagdleidenschaft. Aber noch bevor er seinen Hochsitz erreichte, fiel er in eine Jauchegrube. Seine Tochter, die seinen Haushalt versorgt und seine Wäsche waschen musste, soll Maßnahmen gegen eventuelle weitere Ausbrüche der Jagdleidenschaft ergriffen haben — vergeblich! Der alte Tattergreis, der sich kaum alleine ankleiden kann, schießt weiter.

Zwei Jäger verabredeten sich zur Jagd. Am Treffpunkt erschien nur einer. Dieser ging allein ins Revier. Nach einiger Zeit raschelte es im Gebüsch. Der Jäger witterte Beute, drückte ab und erlegte seinen Kameraden.

68-jähriger Jäger erschoss sich selbst, nachdem er bei Northeim einen Rehbock erschossen hatte. Während dieses Absicht war, war jenes wohl ein Versehen. Die Hannoversche Allg. Zeitung ergänzt: "Ähnliche Jagdunfälle gab es in Niedersachsen auch im vergangenen Jahr: Kurz vor Weihnachten starb ein 74-jähriger Jäger in Steimbke bei Nienburg, als er sein geladenes Gewehr aus dem Auto holen wollte. Im Juni wurde in der Grafschaft Bentheim ein 72-jähriger Jäger getötet, weil sich in der Waffe seines 76-jährigen Freundes versehentlich ein Schuss löste." (16. Juni 2011)

Jäger schießt auf einen Fuchs, der sich in seiner Garage versteckt, und verletzt seine Ehefrau mit 30 Schrotkugeln.

Jäger starb an Alkoholvergiftung. Der 42-jährige hatte am Wochenende an einer Treibjagd und später an einer Feier zum Bestehen seiner Jägerprüfung teilgenommen.

Zwei Tage vor Silvester starb ein Jäger nach dem Ende einer Jagd. Zusammen mit einem zweiten verstaute er gegen 1 Uhr nachts Waffen im Auto, als sich ein Schuss löste. Der zweite Jäger hatte 2,04 Promille Alkohol im Blut.

Jäger schießt auf Frau, die sich in einem Maisfeld Maiskolben pflückt, und verletzt sie schwer. Der Jäger hatte etwas rascheln gehört.

Jäger schießt auf Liebespaar in einem Maisfeld. Der Mann war sofort tot, die Frau schwer verletzt. Der Jäger hatte Geräusche gehört.

Quellen: Die Pirsch; Land & Forst Heft 47/2000; DJZ; www.stern.de am 13. Jan. 2005 u.a.



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2016-07-23